Nach dem Lockdown ist vor dem nächsten Lockdown!

"Wir müssen die Kontrolle über das Virus nach dem Lockdown behalten, sonst hat das Virus weiter die Kontrolle über uns." (© P.R.W)

Behörden und Regierung haben leichtfertig das Vertrauen der Bevölkerung verspielt. Halbherzige, unklare und vor unverständliche Maßnahmen führen zu Disziplinlosigkeit und Ignoranz. Die neuen "scharfen Maßnahmen" werden wohl von der Bevölkerung nicht mehr gebührend ernstgenommen werden.

Statt redundante Ankündigungs-Auftritte des "Corona-Quartetts" zu inszenieren, wäre transparente Information über getroffene (erfolgreiche) und verordnete Maßnahmen ein geeigneteres Mittel, um das Vertrauen der Bevölkerung zurückzugewinnen und höhere Akzeptanz zu erreichen.

Lock auf – lock zu – lock auf -lock zu …

Nach dem Lockdown im Frühjahr lehnten sich Regierung und Behörden von ihrem “Erfolg” berauscht zurück, gaben dem Volk seine “Freiheit” zurück und begaben sich sorglos in die wohlverdienten(?) Ferien.

Der Babyelefant war von rechthaberischen Klägern erlegt worden, Maskenpflicht zum Fremdwort mutiert – “frei” atmend konnte man sich wieder anstecken. Reisefreiheit zum Erholung der Tourismusindustrie war die Devise und lud zum Virusimport ein.

Der oberste Gesundheitshüter glaubte nicht an eine 2. Welle (Anschober glaubt nicht an zweite Welle in Österreich 2020-06-06 Kleine Zeitung) – wiewohl die Erfahrungen aus der Vergangenheit und in anderen Ländern zeigten, dass die Wahrscheinlichkeit dafür eine hohe und reale war.

Selbst im Herbst war der Realitätsverlust bei ihm immer noch gegeben (2020-09-21 Dank Einschränkungen: Anschober zuversichtlich, dass “zweite Welle” ausbleibt – Kleine Zeitung).

Erst Ende Oktober realisierte auch er, dass das “beherzte Experiment mit der Eigenverantwortung” beendet werden muss und schärfere Maßnahmen notwendig sind.

Am 2020-10-29 kündigte Kurz an, dass am Samstag (2020-10-28) bekanntgegeben werde, welche weiteren Verschärfungen zur Eindämmung der Coronakrise umgesetzt werden. Nach Beratungen den Sozialpartnern, allen anderen Parlamentsparteien und den Landeshauptleuten – interessanterweise nicht mit Experten – werde dann die Bevölkerung informiert.

Die “verschärften Maßnahmen” führten zu einem “Lockdown light” (2020-11-03 Lockdown: Diese Corona-Regeln gelten seit heute! – Krone) der dem Anschober-Prinzip “wie kann ich es allen Recht machen” folgte und gegen den sich Kurz, der für wirklich schärfere Maßnahmen war, sich bedauerlicherweise nicht durchsetzen konnte oder (des lieben Koalitionsfrieden willen) wollte.

Dass sie halbherzigen Maßnahmen nicht griffen, war absehbar.
So wurde am 2020-11-14, nachdem 2 wertvolle Wochen zu einer radikaleren Pandemiebekämpfung verstrichen waren, ein “scharfer” Lockdown ab Dienstag(!!) verordnet, wohl damit man sich am Montag noch anständig anstecken konnte!

… und die Opposition, die quakt dazu:

Dass der kleinwüchsige Sub-Chef einer nunmehr verzwergten Partei mit Sudelwörtern und Demokratie-Untergangs Parolen auf die Bühne tritt, ist weiters nicht verwunderlich, zeigt es doch das wahrere Gesicht der blauen Truppe und verdient keinen weiteren Kommentar.

Dass Beate Mein-Reisinger ihrer Profilierungsneurose freien Lauf lässt, war erwartbar. Mit “hätt i war i tät i” die Regierung zu kritisieren, ohne ein sinnhaftes “tät i” vorzuschlagen, ist keine konstruktive Kritik, sondern trotzkopfartiges Nörgeln. Klagsandrohungen sind auch kein Signal zur gemeinsamen Bewältigung einer Krise.
Die Verweigerung der Zustimmung ist Wasser auf die Mühlen der Corona-Leugner und denjenigen, die glauben ihre Freiheit (sich anstecken zu dürfen?) verteidigen zu müssen..

Pamela Rendi-Wagner hat – im Gegensatz zu Beate Meinl-Reisinger und wahrscheinlich auch im Gegensatz zu einigen ihrer Partei”freunde” – dem Notbremspaket, wenngleich zähneknirschend, zugestimmt und damit verantwortungsbewusst gehandelt.
Sie hat als Einzige ein umfangreiches und weitestgehend klares Maßnahmenpaket präsentiert, das von hoher fachlicher, sachlicher und auch politischer Kompetenz zeugt. Dies ist anerkennenswert und die Regierung wäre gut beraten, dieses Forderungspaket zu prüfen und es rasch und professionell abzuarbeiten.

Sinnhafte Oppositionspolitik wäre die Einforderung und Kontrolle der Abarbeitung dieses Forderungskatalogs.

Schulschließungen

Die Kritik beider Damen an (leider ebenfalls halbherzigen) Schulschließungen entbehrt gesicherter Grundlagen.

PRW wiederholt das Argument “Schüler sind wenig ansteckend” auch nach einem Gespräch mit dem deutschen Starvirologen Christian Drosten und erweckt den Anschein, als hätte sie Bestätigung erfahren.

Dem ist nicht so! Im podcast

  • dass die Schuljahrgänge genauso zur Übertragung beitragen wie Erwachsene und die Virenlast gleich hoch sei,
  • dass nur bei den Kleinsten die Viruslast geringfügig kleiner sei, wohl aber deswegen weil das Probenmaterial von Kleinkindern auch weniger sei,
  • dass man nur deswegen weniger Cluster in den Schulen habe, weil ja Kinder zumeist keine Symptome zeigen und damit nie als Person 0 auszumachen seien.
    Als Erstüberträger gelte dann oft der vom Kind angesteckte Erwachsene.
sagt Drosten: Schulen sind Infektionsherde.
Eindeutiger geht es in der rein virologischen Frage nicht. Dass darüber hinaus die “Zubringerlostistik” ebenfalls zu Infektionen führt ist wahrscheinlich einwandsimmun.

Die Donaustadt braucht keinen Sportverein als “wirklich sinnstiftenden Faktor des Bezirkes”, die Vielfalt läßt sich nicht in ein Schlagwort pferchen. Ob Bezirksnamen wie Hietzing, Döbling etc. entscheidend für die “Eigenschaften” des jeweiligen Bezirks sind, erschließt sich nur den Wahrnehmungen des Herrn Schreiber.
Für ihn – und nur für ihn – wird die Donaustadt wohl noch eine sehr lange Zeit der Bezirk ohne Eigenschaften sein.

Für einen weltoffenen Entdeckungsreisenden ist die Donaustadt aber eine nahezu unerschöpfliche Quelle vielfältiger Eigenschaften und Szenarien!

Notwendige Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung


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P.S.:  Wer suchet, der findet!

 Medienspiegel:

Donaustadt – der Bezirk ohne Eigenschaften“Dominik SchreiberKurier 2020-09-26. 
Jeder neunte Wiener Wähler lebt hier – kein anderer Bezirk ist politisch so umkämpft.
Doch der zweitgrößte Bezirk ist noch auf der Suche nach einer Identität
Als begeisterter – wenngleich “Zuagroasta” – Donaustädter muss ich Herrn Schreiber lauthals widersprechen!