Österreichische Bruchlinien – gefährlicher als Terror und Corona

"Historische Persönlichkeiten sind eben zumeist nicht entweder monolithisch gut oder schlecht.
Man muss unterschiedliche Schichten offenlegen."
"Es sollte nicht nur um die Frage gehen: Sein oder Nichtsein, sondern darum,
wie man konstruktiv in die Zukunft wirken kann"(Werner Telesko)

Die Mär von der besten Verwaltung
2020-11-06 Daniela Kittner – Kurier

Österreich bleibt Österreich
2020-11-07 Gert Korentschnig – Kurier


Was muss noch alles passieren, dass wir endlich ideologische Gräben überwinden und aus alten Denkmustern ausbrechen können?

„Schleich di, du Oaschloch!“, rief ein Wiener dem Terroristen hinterher – lesen Sie bitte dazu auch den fabelhaften Text, den der Schriftsteller Michael Köhlmeier für den KURIER am Sonntag verfasst hat. „Schleich di!“, das möchte man auch dem Jahr 2020 hinterherrufen. Corona- und Wirtschaftskrise, Rekordarbeitslosigkeit, Ausgangsbeschränkungen, Angst in der Bevölkerung und dann noch Terror in Wien – es reicht!

Komm doch, liebes 21er Jahr, wir freuen uns auf dich. Spätestens am 20. Jänner beginnt dann eine neue Zeitrechnung, wenn ein seriöser Mann als US-Präsident angelobt wird, wenn die Jahre der Lügen, der Drohungen, des Misstrauens gegenüber staatlichen Institutionen, der Aushöhlung der Demokratie vorbei sind. Höchste Zeit für eine Ruhepause, wahrscheinlich ist „sleepy Joe“ sogar der Richtige dafür.

Aber bleiben wir in Österreich, das in dieser Woche erschüttert wurde wie selten zuvor, und wo die Gräben auch schon beachtliche Ausmaße erreicht haben. Auf dem Cover der Sonntags-Zeitung bringen wir diesmal den Titel „Wien bleibt Wien“, in Anbetracht dessen, dass sich die Stadt nicht unterkriegen lässt, auch in ihrer Vielfalt. Portiere ließen flüchtende Menschen in ihren Hotels übernachten, Menschen mit Migrationshintergrund wurden zu Lebensrettern. Am Tag nach dem Anschlag sprach der Kanzler wichtige Worte, dass es nämlich nicht um Religionen, sondern um Frieden versus Krieg gehe. Und auch der Innenminister berührte mit topprofessionellen Stellungnahmen. Allerdings: Nicht nur Wien bleibt Wien, auch Österreich bleibt Österreich, denn schon kurz darauf war nicht mehr ein Miteinander, sondern nur noch ein Gegeneinander bei der Krisenbewältigung zu registrieren.

Ja, es wurden schreckliche Fehler im Vorfeld des Anschlages begangen, es wurde weggeschaut, Kommunikation verabsäumt, Gefahren wurden ignoriert, und in anderen Ländern wären die politisch Verantwortlichen ihren Job vermutlich los. Dennoch ist es bemerkenswert, wie sehr die österreichischen Bruchlinien – Rechts gegen Links, Regierung gegen Opposition, Innenministerium gegen Justizministerium, Bund gegen Stadt Wien – sofort wieder sichtbar wurden. Misstrauen, Verbitterung, ja sogar Hass auf den Andersdenken sind so groß, dass Schuldzuweisungen und das Bedienen der eigenen Klientel wichtiger sind als Zusammenhalt. Das geht so weit, dass ein ehemaliger Innenminister die Kranzniederlegung für eine politische Botschaft nützt, indem er als einziger keine Maske trägt.

Ja, Corona und Terror haben etwas gemein: In beiden Fällen sieht man, wie schwierig es hier mit dem oft postulierten Schulterschluss ist. Und wie sehr Minutendebatten ernsthafte Diskussionen verdrängen. Wahrscheinlich war es früher nicht besser. Aber ohne Social Media zumindest weniger laut.

  • das ist alles „hätti, wari, täti“. Das Buch von hinten zu lesen, ist immer leichter.

Die Donaustadt braucht keinen Sportverein als “wirklich sinnstiftenden Faktor des Bezirkes”, die Vielfal läßt sich nicht in ein Schlagwort pferchen. Ob Bezirksnamen wie Hietzing, Döbling etc. entscheidend für die “Eigenschaften” des jeweiligen Bezirks sind, erschliesst sich nur den Wahrnehmungen des Herrn Schreiber.
Für ihn – und nur für ihn – wird die Donaustadt wohl noch eine sehr lange Zeit der Bezirk ohne Eigenschaften sein.

Für einen weltoffenen Entdeckungsreisenden ist die Donaustadt aber eine nahezu unerschöpfliche Quelle vielfältiger Eigenschaften und Szenarien!

P.S.:  Wer suchet, der findet!

 Medienspiegel:

Donaustadt – der Bezirk ohne Eigenschaften“Dominik SchreiberKurier 2020-09-26. 
Jeder neunte Wiener Wähler lebt hier – kein anderer Bezirk ist politisch so umkämpft.
Doch der zweitgrößte Bezirk ist noch auf der Suche nach einer Identität
Als begeisterter – wenngleich “Zuagroasta” – Donaustädter muss ich Herrn Schreiber lauthals widersprechen!